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Quartiersfonds

Der Quartiersfonds war eine bisher einmalige Förderung von Quartiersmanagement-Gebieten des Landes Berlin in den Jahren 2001 und 2002. Obwohl keine weiteren Mittel zur Verfügung stehen, wollen wir Sie über das Gesamtverfahren informieren, weil es hervorragend geeignet war, die Bewohnerinnen und -bewohner zur aktiven Teilhabe am Entwicklungsprozeß ihres Quartiers zu bewegen und es deshalb als Beispiel für ein gelungenes, tiefgreifendes Beteiligungsinstrument gelten kann, das vielleicht an einem anderen Ort Nachahmung finde:

Was war der Quartiersfonds ?
Im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sind zur Zeit in 17 Berliner Gebieten Quartiersmanagements eingesetzt. Deren Aufgabe ist es, gemeinsam mit Bewohnern, Hauseigentümern, Gewerbetreibenden, Projektgruppen, Initiativen, Vereinen, Vertretern aus Politik und Verwaltung an einer positiven Entwicklung der Gebiete zu arbeiten und zu einer Verbesserung der Nachbarschaft beizutragen.

Das Land Berlin stellte den Bewohnern jedes dieser Gebiete für die Jahre 2001 und 2002 jeweils rund 250.000,- Euro zur Verfügung. Damit wurde allen, die im Gebiet leben oder arbeiten, noch stärker die Möglichkeit gegeben, Ideen zur Verbesserung der Situation im Kiez zu entwickeln und diese auch zu verwirklichen. So konnten mit diesem Geld zum Beispiel Projekte gefördert werden, die

das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Nationalität, Alters etc. im Gebiet verbessern.

nachbarschaftliche Kontakte und -Hilfen fördern

den Stadtteil kulturell beleben.

zu mehr Sauberkeit und Sicherheit im Wohngebiet und zur Verbesserung des Wohnumfeldes beitragen.


Was konnte alles finanziert werden?
Sämtliche notwendige Kosten, die bei der Umsetzung einer Idee entstehen, können finanziert werden. Zum Beispiel:

Anschaffungen und Sachkosten

Vergütungen für Aufträge

Honorarkosten

Anschubfinanzierungen für Projekte

Aufwendungen zur Durchführung von Aktionen und Veranstaltungen


Die Gelder des Quartiersfonds waren als Finanzierung zur Umsetzung neuer innovativer Ideen von Bewohnern zu verstehen.
Entscheidend war, daß alle Aktionen und Projekte dem Quartier und seinen Bewohnern zu Gute kommen sollen.

Vereine und Institutionen, die aus dem Bezirkshaushalt finanziert wurden und möglicherweise durch Kürzungen in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, konnten in der Regel keine Mittel aus diesem Fonds erhalten.

Wer entscheidet über die Verwendung und Vergabe der Gelder aus dem Quartiersfonds ?
Über die Verwendung und Vergabe der Gelder aus dem Quartiersfonds entschied eine Jury aus Bewohnern sowie Vertretern von Initiativen, Vereinen und Institutionen aus dem Quartier.
Bewohner, die per Zufallsauswahl in die Jury ermittelt wurden, stellen dabei die Mehrheit der Jurymitglieder.
Die Jury übernahm entscheidende Verantwortung bei der Mittelvergabe!
Die Jury traf in regelmäßigen Abständen zusammen. Sie beriet und entschied über die vorliegenden Anträge.
Ausschlaggebend für die Bewilligung der Gelder war die Bedeutung des jeweiligen Projektes für das Gebiet und seine Bewohner und Bewohnerinnen.
Die Anträge mussten im Vor-Ort-Büro des Quartiersmanagements eingereicht werden.
Sie wurden dort gesammelt und an die Mitglieder der Jury weitergegeben.

Wie wurde ein Antrag gestellt?
Der Antrag auf Finanzierung eines Projektes mußte schriftlich beim Quartiersmanagement gestellt werden und mindestens folgende Angaben enthalten:

Wer stellt den Antrag?
Name, Adresse, Telefon, bei Initiativen Ansprechpartner, Bankverbindung.

Welchen Bezug hat der Antragsteller zum Kiez?
Ist er / sie Anwohner/-in, ein Verein, eine Elterninitiative etc.?

Welches Projekt soll umgesetzt werden?
Art des geplanten Projektes, Zahl der beteiligten Personen, die an diesem Projekt mitwirken etc.

Welche Bedeutung hat dieses Projekt für das Quartier?
Wirkung des Projektes für Anwohner und die positive Entwicklung des Quartiers

Welche Kosten entstehen bei der Umsetzung des Projektes?
Höhe der Kosten für das geplante Projekt, wie können Kosten reduziert werden?

Wer beriet bei der Antragstellung?
Das Quartiersmanagement-Team unterstützte, wenn es darum ging, aus einer Idee ein Projekt zu entwickeln. Es stand für Nachfragen zur Verfügung und beriet gern bei der Antragstellung.