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Schöneberg: Das Quartier "Bülowstraße/WAK"

Lage
Das Quartier "Bülowstraße/Wohnen am Kleistpark (WAK)" liegt im Norden des Innenstadtbezirks Tempelhof-Schöneberg. Es umfaßt neben der Großwohnanlage Wohnen am Kleistpark (WAK) das ehemalige Sanierungsgebiet Bülowstraße. Das Quartier grenzt an die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte und befindet sich in Nähe zum Potsdamer Platz. Das neue Regierungsviertel ist in wenigen Minuten fußläufig zu erreichen.

Probleme und Potenziale
In der öffentlichen Wahrnehmung konzentrieren sich die Probleme besonders prägnant im und um die in der Pallasstraße gelegene Großwohnanlage "Wohnen am Kleistpark (WAK)", im Volksmund bisher als "Sozialpalast" bezeichnet. Hier wohnen über 1.400 der etwa 17.200 Quartiersbewohner/-innen. Fast 60 % der Mieter- und Mieterinnen im "WAK" haben einen Migrationshintergrund. Sie stammen aus unterschiedlichen Regionen der ganzen Welt. Fast die Hälfte der Mieter und Mieterinnen ist unter 27 Jahre alt.

Der größte Teil der Mieter und Mieterinnen erhielt seine Wohnung über das Sozialamt. Anfang 1999 standen über 60 Wohnungen leer bzw. lagen Kündigungen vor. Diese Faktoren trugen dazu bei, daß sich das Miteinander in dieser Wohnanlage sehr schwierig gestaltete. Hinzu kamen die baulichen Mängel der Wohnanlage, wie lange, schmale und düstere Flure sowie unübersichtliche und unwirtliche Eingänge, verschmierte Wände, eingetretene Eingangstüren, vernachlässigte, vermüllte Gemeinschaftsräume und Höfe. All das führte dazu, daß der "Sozialpalast" immer wieder mit negativen Berichten in der Presse auftauchte; diese reichten bis hin zur Abriss-Diskussion. Weder die Bewohner und Bewohnerinnen im Haus noch die Nachbarn im Umfeld fühlten sich mit der Situation wohl. Diejenigen, die es sich leisten konnten, zogen weg.

Kulturelle Besonderheiten werden noch zu wenig als Chancen erkannt. Konflikte erscheinen als solche verschiedener Kulturen. Das Zusammenleben der Ethnien reicht von freundschaftlichem Miteinander über friedliche Koexistenz, hin zu Vorurteilen und geringer Akzeptanz bis zu offenem Rassismus.

Die Zahl von Kindern nichtdeutscher Herkunft ohne sprachliche Förderung in den Familien ist immens. Immer noch können auch viele Mütter nicht oder nur sehr schlecht deutsch sprechen.

Viele Bewohner und Bewohnerinnen sind schwer erreichbar, häufig aufgrund von Sprachbarrieren, haben geringe Partizipationserfahrungen, aus Misstrauen gegenüber Behörden und / oder aus Unkenntnis von Verwaltungsstrukturen und Entscheidungssabläufen.

Die Situationen in den Straßen rund um den Sozialpalast bis hinauf zur Kurfürstenstraße unterscheiden sich nur graduell.

Das Innenstadtquartier mit seiner hohen Bebauungsdichte und großen Verkehrsstraßen verfügt über wenige Grün- und Aufenthaltsflächen. Besonders fehlt es an Spielplätzen, die vorhandenen sind häufig ungepflegt, veraltet und übernutzt. Es fehlen Angebote sowohl für Lückekinder und Jugendliche als auch für Mädchen und Frauen. An Kommunikationsmöglichkeiten, wie Nachbarschaftstreffs und –cafes besteht ein großer Mangel.

Das Negativimage des Quartiers wird wesentlich von einer Drogenszene geprägt, deren Hauptaktivitäten sich zwar im Milieu der Prostitution um die Kurfürstenstraße herum bewegen, aber doch ins gesamte Quartier ausstrahlen. Gebrauchte Spritzbestecke in Grün- und Hofanlagen; Drogenabhängige setzen sich ihren Schuß in Hausfluren oder Innenhöfen, sehr junge Mädchen gehen der Straßenprostitution nach. Mit ihnen kommen Zuhälter und Drogendealer.

Die drei großen Problemfelder des Gewerbes auf der Potsdamer Straße wie die Branchenstruktur, überwiegend ethnisches Gewerbe (1/4) und hohe Fluktuation, kennzeichnen das gesamte Quartier ebenso wie der verwahrloste Eindruck zahlreicher Läden. Die Branchenstruktur wird vom Einzelhandel und Dienstleistern dominiert. Die Angebote konzentrieren sich auf das unmittelbare Umfeld und sind überwiegend konsumnah. Die Umsatzzahlen sind rückläufig, da sie eng an die geringe Kaufkraft der Quartiersbevölkerung gebunden sind.

Vor allem junge Männer, überwiegend türkischer Herkunft, zählen am häufigsten zu den – meist leider wenig erfolgreichen - Existenzgründern. Vermutlich aufgrund von mangelnden Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt aber auch aus kulturellen Gründen (Tradition, große Risikobereitschaft) streben viele von ihnen - trotz großer Defizite in Fragen der Unternehmensführung - in die Selbständigkeit.

Potentiale für das Quartier sind die neuen Firmen in der Bülowstraße aus dem Bereich der Neuen Medien. Im Gebiet gibt es außerdem einige größere Unternehmen/Arbeitgeber sowie eine größere Anzahl Künstler und Kulturschaffende in der nördlichen Potsdamer Straße.

Veben der Stiftung SPI Berlin ist die AG SPAS – ein ortsansässiger gemeinnütziger Verein - mit der Bewohnerbeteiligung und eine Mitarbeiterin aus dem Bezirksamt mit den bezirksinternen Koordinationsaufgaben und der Öffentlichkeitsarbeit beauftragt.
Die Haupttätigkeit der Stiftung SPI liegt in der
• Einrichtung von Arbeitsplätzen in Verbindung mit investiven Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes und der Infrastruktur im sozialen sowie Jugend– Bereich und der
• Stärkung der lokalen Ökonomie durch Unterstützung der ortsansässigen Gewerbetreibenden und Existenzgründungsberatung. Die Stiftung SPI arbeitet in diesem Schwerpunkt mit der Unternehmensberatung mpr zusammen.

Die wesentlichen Daten des Quartiers:
Größe 65,7 ha
Einwohnerzahl ca. 17.200, davon nicht deutsche Bewohner/innen 44 %
Zahl der Haushalte 7.886
Arbeitslosenquote 25,2%
Arbeitslosenquote der nicht deutschen Bewohnergruppe 37%
Schulen: 2 Grundschulen, 1 Gesamtschule

Zahlen: Stand 2001

Projekte

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Specials: Schülerprojektwoche weiter


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