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Projektbeispiel: Florastraße 84
Jugendzentrum Pankow JUP e.V.

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Gemeinnützige Jugendfreizeitarbeit und betreutes Jugendwohnen

Vorgeschichte zum Grundstück Florastr. 84
Das Wohngebäude Florastr. 84 wurde ca. 1890 erbaut. Es befindet sich im Sanierungsgebiet Wollankstraße in Pankow und ist stark sanierungsbedürftig. Das Grundstück gehörte bis 2001 zu 5/8 der Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU und zu 3/8 Privateigentümern.

Eine umfassende Instandsetzung und Modernisierung des Gebäudes scheiterte lange an der notwendigen langfristigen Verfügung über das Grundstück. Um diese Voraussetzung zu schaffen, wurde mit den Teileigentümern in den letzten Jahren über die unterschiedlichsten Modelle (Pacht, Grundstückübertragung, Teilkauf+Teilpacht) verhandelt. Da diese Modelle sich nicht verwirklichen ließen, hat der Treuhänderische Sanierungsträger der gemeinnützigen Stiftung SPI Berlin in 2000 bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beantragt, das Grundstück Florastraße 84 als Treuhandobjekt zu erwerben. Ziel des Erwerbs sollte eine Sanierung des Hauses zur Nutzung als Jugendzentrum durch den JUP e.V. sein. Nachdem die Zustimmung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, als Treugeber des Sanierungsträgers vorlag, wurde das Haus im Oktober 2001 erworben.

Das Gebäude und seine derzeitige Nutzung
Das Wohngebäude ist ein typisches 5-geschossiges Gründerzeitobjekt. Im Erdgeschoss befinden sich ehemalige Gewerberäume, in den Obergeschossen Wohnungen. Das Gebäude war vor 1990 leer gezogen und dem Verfall preis gegeben worden. 1990 wurde es durch den Verein "unabhängiges Jugendzentrum Pankow" –kurz JUP e.V. besetzt. Seitdem wird es vom Verein mit einfachen Mitteln baulich erhalten und genutzt. Im Einvernehmen mit den Eigentümern konnte der Verein bis heute dort sein Jugendfreizeitprojekt verwirklichen. Der JUP e.V. betreibt mit Förderung des Bezirkes Pankow seit 1991 in der Florastr. 84 ein Jugendzentrum. Der Bezirk unterstützt den Verein. Aufgrund des bestehenden Bedarfs innerhalb des sowohl baulich als auch sozial problematischen Sanierungsgebietes Wollankstraße wurde die Erhaltung des Standortes Florastr. 84 als langfristige Jugend- und Freizeiteinrichtung zu einem Ziel der Sanierung in diesem Gebiet erklärt.

Im Jugendzentrum bietet der JUP e.V. Jugendlichen verschiedenste Kultur-, Bildungs- und Freizeitveranstaltungen sowie Kurse und Arbeitsgemeinschaften an. Der Verein engagiert sich zudem in der interkulturellen und antifaschistischen Arbeit und organisiert mit diesem Ziel Jugendaustauschprojekte und multikulturelle Kontakte. Darüber hinaus dienen die Räume eines ehemaligen Cafes im Erdgeschoss als Treffpunkt für die Jugendlichen der Umgebung.

Ziele des Projektes
Im Zuge der geplanten Sanierung sollen die Räume des Jugendfreizeitbereiches in 2 Etagen instandgesetzt werden. In den übrigen 3 Obergeschossen soll Wohnraum für ein betreutes Jugendwohnprojekt in Form von Einzelwohnen und Wohngemeinschaften entstehen.

Zu diesem Zweck kooperiert der JUP e.V. mit dem gemeinnützigen Verein Indipendent Living e.V. Dieser widmet sich hilfebedürftigen Kindern und Jugendlichen z.B. aus sozial benachteiligten Familien, in krisenhaften Lebenssituationen sowie bei Auftreten von Gewalt und sexuellem Missbrauch in der Familie. Der Verein betreibt dazu bereits verschiedene Projekte in Berlin und beschäftigt mehrere Sozialpädagogen.

Als Eigentümer schließt das SPI einen langfristigen Pachtvertrag mit dem Nutzer JUP e.V. Der JUP e.V. wird sich durch Eigenleistungen an der Sanierung beteiligen und hat bereits ein ökologisches Sanierungs- und Bewirtschaftungskonzept für das Haus entwickelt. Bauherr, Förderungsempfänger und Projektträger wird der Sanierungsträger SPI.

Finanzierung des Vorhabens
Das SPI erwarb das Grundstückes auf der Grundlage eines Hypothekenkredites. Die Sanierung des Hauses erfolgt unter Inanspruchnahme öffentlicher Fördermittel. Für das Vorhaben wurde bereits ein Fördervertrag im Förderprogramm „Wohnungspolitische Selbsthilfe“ geschlossen. Diese Förderung setzt sich aus einem Baukostenzuschuss von maximal 42,5 % der Gesamtbaukosten, einem Bankdarlehen von maximal 42,5 % und einem Eigenanteil von mindestens 15 % der Baukosten zusammen. Da die Förderung hauptsächlich auf die Sanierung von Wohnflächen ausgerichtet ist, sind die zu leistenden Eigenanteile für nicht zu Wohnzwecken genutzte Flächen höher. Die gemeinnützige Stiftung SPI verfügt nicht über Eigenkapital. Um die notwendigen Eigenanteile dennoch zu erbringen, ist daher geplant:
dass das SPI sich um zusätzliche Fördermittel (z.B. Ordnungsmaßnahmemittel) bemüht
dass der JUP e.V. für die Sanierung der Nutzflächen des Jugendfreizeitprojektes zusätzliche Mittel aus Stiftungen beantragt
dass die Durchführung der Baumaßnahme unter Einbeziehung einer Arbeitsbeschaffungs- und Qualifizierungsmaßnahme oder von Ausbildungsprojekten erfolgt.

Der JUP e.V. wird seine Projektarbeit während der Bauzeit in begrenztem Umfang fortführen. Dieser wird nach Fertigstellung des Hauses sein Jugendfreizeitprojekt, verbunden mit einem Jugendwohnprojekt weiterführen und im Rahmen des Pachtvertrages das Gebäude selbst verwalten und bewirtschaften.

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