Gleichstellung und Vereinbarkeit

Die Durchsetzung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern ist auch noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Herausforderung für die Verwirklichung einer solidarischen und demokratischen Gesellschaft.

Die Lebensgestaltung der Menschen ist heute vielfältiger und selbstbestimmter als noch vor einigen Jahren. Die tradierten gesellschaftlichen Rollenverständnisse und Familienstrukturen haben sich nachhaltig gewandelt. Doch in zentralen Lebensbereichen wie Familie und Beruf bestehen noch immer gravierende Unterschiede in Bezug auf die Chancen und Möglichkeiten der Geschlechter.

Viele Paare wünschen sich Vereinbarkeit und partnerschaftliche Arbeitsteilung in Bezug auf ihr Familien- und Berufsleben. Doch nach wie vor sind es vor allem Frauen, die ihre Erwerbsarbeit zugunsten der Familiengründung unterbrechen oder aufgeben und die Hauptlast der Sorge- und Familienarbeit tragen.

Dies hat zur Folge, dass sich der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt für viele Frauen schwierig gestaltet. Frauen arbeiten häufiger in unsicheren Arbeitsverhältnissen, verdienen weniger und haben schlechtere berufliche Aufstiegsmöglichkeiten als Männer. In Bezug auf die Ausgestaltung von Arbeits- und Familienzeit stehen Männern oft nur begrenzte Möglichkeiten zur Verfügung.

Die durch die Stiftung SPI mitentwickelten Konzepte und Projekte fördern eine gerechte Chancenverteilung und die gleichberechtigte Partizipation von Frauen und Männern in allen gesellschaftlichen Bereichen. Die Ermöglichung partnerschaftlicher Gestaltung der Sorge- und Familienarbeit und der chancengleiche Zugang zu Arbeitsmarkt und beruflichem Aufstieg sind wesentliche Bausteine auf dem Weg zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft. Zum Themenfeld Gleichstellung und Vereinbarkeit setzt der Geschäftsbereich Strategien sozialer Integration im Rahmen der ESF-Regiestelle des BMFSFJ folgende Programme um:

  • Das Programm Perspektive Wiedereinstieg - Potenziale erschließen zielt darauf ab, Frauen und Männer nach einer familienbedingten Unterbrechung der Erwerbstätigkeit beim nachhaltigen und existenzsichernden Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.
  • Das Programm MEHR Männer in Kitas ist Teil der gleichstellungspolitischen Gesamtinitiative "Männer in Kitas". Ziel ist es, das Interesse von Jungen und Männern am Beruf des Erziehers zu wecken, Männer bei der Entscheidung zu unterstützen, den Erzieherberuf zu wählen und die Perspektiven für Männer (und Frauen) im Arbeitsfeld Kindertageseinrichtungen zu verbessern.
  • Das Aktionsprogramm Kindertagespflege fördert und begleitet den quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung, mit dem Ziel, die gleichberechtigte Teilhabe beider Elternteile, insbesondere aber von Frauen am Arbeitsmarkt zu unterstützen. Zudem sollen mit der Förderung von Festanstellungsmodellen Kindertagespflegepersonen der Einstieg in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ermöglicht werden.