Wohnungslosigkeit

Wohnen ist ein menschliches Grundbedürfnis. Es gibt jedoch in der Bundesrepublik Deutschland kein verfassungsrechtlich verbrieftes Grundrecht auf eine Wohnung.

Wie viele Wohnungslose es hierzulande gibt, ist unbekannt, da sowohl beim Bund, in den Ländern als auch Kommunen keine offiziellen Wohnungslosenstatistiken geführt werden. Schätzungen gehen von derzeit ungefähr 300.000 betroffenen Menschen aus, von denen 10 % auf der Straße leben.

Ein Viertel der erwachsenen Wohnungslosen sind Frauen. Der Anteil der Minderjährigen unter den Wohnungslosen beträgt 11 %.

Wohnungslos zu sein, betrifft Menschen,

  • die keine mietvertraglich abgesicherte Wohnung bzw. auch kein Wohneigentum besitzen,
  • denen der Verlust der Wohnung unmittelbar bevorsteht und
  • die in menschenunwürdigen Wohnverhältnissen leben.

Gravierende Folgen

Ohne Wohnung zu leben ist meist ein ungewollter Zustand und hat sowohl individuell ganz unterschiedliche als auch sich ähnelnde Ursachen und auslösende Momente.

Die Folgen sind oft gravierend sich aus dieser Lebenskrise mittels eigener Kräfte zu befreien, scheint für viele Betroffene schier unmöglich.

In Deutschland, aber besonders in Großstädten wie Berlin existiert ein sehr gut ausgebautes, gestuftes Hilfesystem für Wohnungslose, deren Leistungen und Angebote von Hilfesuchenden rechtlich einklagbar sind.

Hilfeleistungen in Berlin

Unsere Stadt bietet diesbezüglich ganzjährig geöffnete Notunterkünfte, zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten im Rahmen der Winterkältehilfe (jeweils November bis März), Tagestreffs- und Nachtcafés sowie niedrigschwellige Kontakt- und Beratungsstellen.

Bei weiterem Hilfebedarf kann über die zuständigen Sozialen Wohnhilfen der Berliner Sozialämter eine spezifische Vermittlung in Unterkünfte erfolgen.