Wohnungslosigkeit

Menschen die Ihre Wohnung als äußere Schutzhülle verloren haben, erfahren häufig gesellschaftliche Ausgrenzung und soziale Isolation. Nicht selten führt dies zum Vertrauensverlust in die eigenen Fähigkeiten, zur Resignation bis hin zur Selbstaufgabe.

Ohne Wohnung zu leben ist meist ein ungewollter Zustand und hat sowohl individuell ganz unterschiedliche als auch sich ähnelnde Ursachen und auslösende Momente. Die Folgen sind oft gravierend sich aus dieser Lebenskrise mittels eigener Kräfte zu befreien, scheint für viele Betroffene schier unmöglich. In Deutschland, aber besonders in Großstädten wie Berlin existiert ein sehr gut ausgebautes, gestuftes Hilfesystem für Wohnungslose, deren Leistungen und Angebote von Hilfesuchenden rechtlich einklagbar sind.

Das Haus Strohhalm bietet in dieser Situation eine feste Unterkunft mit niedrigschwelligen, sozialtherapeutischen Betreuungsangeboten. In dieser existentiellen Krise steht den Betroffenen ein menschenwürdiges Wohnumfeld zur Verfügung und sichert damit existentielle Grundbedürfnisse ab. Die Nutzung der vorhandenen Angebote zielt auf die Stabilisierung und Verbesserung der persönlichen Lebenssituation und bietet den Betroffenen die Möglichkeit, sich aus einem geschützten Umfeld heraus neue Perspektiven zu erarbeiten und diese mit Unterstützung zu realisieren.

In fünf unterschiedlichen, auf die speziellen Bedürfnisse ausgerichteten Wohngruppen, werden 51 Klientinnen und Klienten durch fünf Sozialarbeiter/innen in Vollzeit betreut. Zusätzlich sind ca. acht Studierende, vornehmlich der sozialen Arbeit, als Minijobber Teil des Teams.

Im Haus Strohhalm existiert ein Alkohol- und Drogenverbot, jedoch besteht, bis auf eine besondere Wohngruppe, kein Abstinenzgebot.