Berliner Büro für Diversionsberatung und -vermittlung

Diversionsbüro

Berliner Büro für Diversionsberatung und -vermittlung

Das Projekt Berliner Büro für Diversionsberatung und -vermittlung bietet Jugendlichen und Heranwachsenden, die eine Straftat begangen haben, die freiwillige Beratung über Möglichkeiten der Diversion an. Das bedeutet, möglichst schnell nach der polizeilichen Vernehmung gemeinsam mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter – den Diversionsmittlerinnen und Diversionsmittlern – zu überlegen, was sie zur Schadenswiedergutmachung tun wollen, damit das Verfahren nach § 45 Abs. 2 JGG eingestellt werden kann.

Die Kontaktstellen (Diversionsbüros) der Diversionsmittlerinnen und Diversionsmittler befinden sich in den sechs Berliner Polizeidirektionen. Bei bis zu drei Kontakten innerhalb eines Monats führen sie erzieherische Maßnahmen entweder selbst durch oder leiten sie ein. Hintergrund dieser Vorgehensweise ist, dass Straftaten von Jugendlichen häufig entwicklungsbedingt oder aus alterstypischen Konfliktsituationen entstehen. Das Jugendgerichtsgesetz (JGG) erlaubt, auf ein solches Fehlverhalten pädagogisch zu reagieren.

Die Staatsanwaltschaft kann ein Verfahren nach § 45 Abs. 2 JGG ohne Gerichtsverfahren einstellen, wenn eine erzieherische Maßnahme als Reaktion bereits stattgefunden hat, eingeleitet wurde oder der/die Beschuldigten sich um einen Ausgleich bemüht haben.

Diese "Umleitung" oder "Ablenkung" des Verfahrens wird Diversion genannt.

Zu unseren Ansprechpartnern in den Berliner Polizeidirektionen

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Kontakt, Öffnungszeiten und Anfahrt

Stiftung SPI
Berliner Büro für Diversionsberatung und -vermittlung

Samariterstraße 19 – 20, 3. Etage
10247 Berlin
Ansprechpartner/in: Matthias Niestroj (Projektleitung), Kerstin Piniek (Verwaltung)


Standort Berlin

Telefon: 030 44009276, 030 44009273
Fax: 030 4490167
E-Mail: diversion( at )stiftung-spi.de

Öffnungszeiten
nach Vereinbarung

Verkehrsverbindung
S-Bahnhof Storkower Straße

Fahrinfo unter www.vbb.de

Angebote

In den Diversionsbüros der sechs Berliner Polizeidirektionen sind insgesamt sieben Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt. Ein Sozialpädagoge koordiniert und leitet das Projekt, eine Verwaltungskraft steht dem Team zur Seite. Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Mediation (Verfahren zur Konfliktschlichtung) ausgebildet, je eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter ist in Anti-Gewalt-Training, systemischer Kurzzeitberatung, Konfliktmoderation (hier speziell für Strafverfahren) und als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut ausgebildet.

Die Arbeitsgrundlage des Diversionsbüros ist die Diversionsrichtlinie: Gemeinsame Anordnung der Senatsverwaltungen für Justiz, für Inneres und für Schule, Jugend und Sport zur vermehrten Anwendung des § 45 JGG im Verfahren gegen Jugendliche und Heranwachsende (Diversionsrichtlinie) vom 2. Oktober 2014.

Seit 2014 bietet das Diversionsbüro ein Beratungsangebot für Eltern beschuldigter Jugendlicher an. Die Beratung kann einzeln oder in einer Gruppe stattfinden und erfolgt mit verschiedenen Beratungsmodulen und -konzepten.

Ziele und Schwerpunkte

  • Unterstützung von Jugendlichen und Heranwachsenden beim Erlernen von verantwortlichem Handeln und kommunikativer Kompetenz
  • Vermeidung von schädlichen Wirkungen der formellen Reaktionen auf eine Straftat auf die Jugendlichen/Heranwachsenden durch schnelle Reaktion und Verfahrenseinstellung (Diversion)
  • (sekundäre) Spezialprävention weiterer Straftaten
  • bei Bedarf Unterstützung der Jugendlichen bei Entwicklungsaufgaben, um psychosozialen Fehlentwicklungen vorzubeugen
  • Berücksichtigung der Opferperspektive und -interessen
  • Unterstützung der Beteiligten im Sinne von Restorative Justice (ein Verfahren, das vor allem durch extern moderierte Konfliktlösung und Schadenswiedergutmachung außergerichtlich Gerechtigkeit wiederherstellt)
  • Unterstützung und Stärkung der Erziehungskompetenzen von Erziehungsberechtigten

Struktur

Gefördert durch
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin

Status: aktuell
Zeitraum Seit 01.01.1999

 


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