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Aktuelles

Auftakt zum Spandauer Aktionsmärz 2024 mit Dr. Reyhan Şahin

23.02.2024 – Lohnunterschiede und materielle Diskriminierung sind Themen der Auftaktveranstaltung des Aktionsmärz Spandau am „ Equal Care Day“, dem 29. Februar 2024 in der Zitadelle Spandau. Über Diskriminierung anhand von Geschlecht sowie ethnischer und sozialer Herkunft diskutieren:

  • Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray (Autorin, Rapperin und Linguistin)
  • Prof. Dr. Heide Pfarr (Politikerin und Rechtswissenschaftlerin, angefragt)
  • Tayo Awosusi-Onutor (Sängerin, Autorin, Regisseurin)
  • Dr. Doris Liebscher (Leiterin der Ombudsstelle für das Landesantidiskriminierungsgesetz)

Moderation: Melike Çınar

Die Expertinnen erörtern das Zusammenwirken mehrerer Diskriminierungsformen bei Sorgearbeit und Lohnverteilung. Mit Blick auf die Ursachen und die spürbaren Nachteile im Leben vieler Frauen wird darüber gesprochen, welche Maßnahmen Politik und Verwaltung in Spandau und im Land Berlin ergreifen oder umsteuern müssen, um Frauenarmut wirksam entgegenzuwirken. Einleitende Grußworte kommen von Cansel Kiziltepe, Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung des Landes Berlin sowie vom Spandauer Bezirksbürgermeister Frank Bewig.

Die Veranstaltung ist der Auftakt zum Spandauer Aktionsmärz 2024, bei dem das Bezirksamt Spandau und ein Netzwerk zivilgesellschaftlicher Initiativen mit vielfältigen Veranstaltungsformaten auf Benachteiligung und Diskriminierung im Zuge von Sexismus und Rassismus aufmerksam macht.

Podiumsdiskussion: (Sorge-) Arbeit, Lohn und Wirklichkeit Zum Zusammenhang von Gender-, Migrant- und Class-Pay-Gap

29. Februar 2024 | 17.30 Uhr

Zitadelle Spandau, ZAK, Saal A + B (barrierefrei)

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden Sie hier.

Fürsprecher für junge Menschen in Brandenburg: BeOBe startet mit Beteiligungsworkshops

22.02.2024 - Die Beschwerde- und Ombudsstelle des Landes Brandenburg für junge Menschen in Hilfen zur Erziehung (BeOBe) hat mit neun Workshops für Kinder- und Jugendliche ein umfassendes Bild der Bedürfnisse der Zielgruppe ermittelt. Für die Beteiligungsworkshops wurden junge Menschen aus verschiedenen Bereichen der Hilfen zur Erziehung wie Wohngruppen, Tagesgruppen, ambulanten Hilfen oder ähnliche Hilfeformen eingeladen. Die Ergebnisse der Workshops, die sich mit Themen wie Kommunikation, Kinderrechten, Erreichbarkeit, Gestaltung und Ombudschaft beschäftigten, fließen in die zukünftige Arbeit der unabhängigen Beratungsstelle ein.

Die Beschwerde- und Ombudsstelle des Landes Brandenburg nahm 2023 ihre Arbeit auf. BeOBe informiert, berät und begleitet Kinder- und Jugendliche sowie deren Eltern bei Sorgen und Konflikten mit freien und öffentlichen Trägern der Jugendhilfe. In Brandenburg erhalten mehr als 45.000 Kinder- und Jugendliche Hilfen zur Erziehung (Stand vom 31.12.2022). Mit der Ombudsstelle (BeOBe) im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe kommt das Land Brandenburg seiner Verpflichtung nach, eine unabhängige Stelle für die Belange junger Menschen und ihrer Familien zu schaffen.

Die Beschwerde- und Ombudsstelle BeOBe wird vom Land Brandenburg getragen und von der Stiftung SPI, Niederlassung Brandenburg realisiert.

Weitere Informationen bietet die Website von BeOBe.

Für mehr Kinderschutz: Stiftung SPI erstellt Entwicklungspläne für Köln und Neuss

01.02.2024 – Die Städte Köln und Neuss haben die Stiftung SPI beauftragt, Entwicklungspläne für verbesserten Kinderschutz zu erarbeiten. Erstmals wird sich damit eine Millionenstadt in Deutschland einen Kinderschutzentwicklungsplan geben. Das Verfahren regelt und gestaltet die Verantwortlichkeiten von Kommunen im Kinderschutz systematisch. Das Konzept basiert auf einem Gutachten der Stiftung SPI für die Kinderschutzkommission des Landtags Nordrhein-Westfalen von 2021. Zentrale Erkenntnis dieses Gutachtens ist, dass einheitlichen Standards oder Verfahren zur Sicherung des Kinderschutzes in den Kommunen, Kreisen und Gemeinden bislang fehlen. Mit dem durch die Stiftung SPI entwickelten Konzept des Kinderschutzentwicklungsplanes wird erstmals eine standardisierte Herangehensweise in dieser Frage vorgestellt und implementiert.

Die auf zwei Jahre angelegte wissenschaftliche Erhebung und Auswertung der Daten zum Kinderschutz sowie die strategische Implementierung übernehmen Prof. Dr. Dirk Nüsken (Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe Bochum) und Annette Berg (Stiftung SPI) gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten für den Kinderschutz.

#WirSindDieBrandmauer! Stiftung SPI beteiligt sich am Demokratiebündnis „Hand in Hand“

29.01.2024 – Für den 3. Februar 2024 ruft das Demokratiebündnis „Hand in Hand“ auf zu einer Großdemonstration und symbolischen Verteidigung des Deutschen Bundestags mit einer Menschenkette. Die Stiftung SPI beteiligt sich als eine von mittlerweile 1.200 zivilgesellschaftlichen Organisationen an dem Zusammenschluss. Nachdem in den vergangenen Wochen bundesweit Hunderttausende gegen einen Rechtsruck in Deutschland und Europa auf die Straße gegangen sind, wird die Kundgebung unter dem Titel #WirSindDieBrandmauer ein weiteres deutliches Zeichen setzen für eine offene, demokratische, plurale und solidarische Gesellschaft.

Die Auseinandersetzung mit populistischen sowie demokratie- und menschenfeindlichen Meinungen muss jedoch bis in den Alltag reichen. Dabei ist es nicht immer leicht, im Gespräch gegen populistische „Argumente“ und fragwürdige „Fakten“ anzukommen. Als Navigationshilfe hat das Mobile Beratungsteam Berlin der Stiftung SPI deshalb mit der Broschüre „Land in Sicht“ sogenannte „Gesprächsanker“ entwickelt. Diese liefern Kommunikationsstrategien und Handlungsmöglichkeiten, auf die zurückgegriffen werden kann, wenn ein Gespräch durch demokratiefeindliche und diskriminierende Äußerungen herausfordernd wird.

Die Broschüre „Land in Sicht“ kann auf unserer Seite kostenlos heruntergeladen werden (PDF, 3 MB).

Startschuss für neuartige Erzieher:innen-Ausbildung mit integriertem Studium „Soziale Arbeit & Management“

16.01.2023 - Mit dem ausbildungsintegrierten Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit & Management“ bietet die Fachschule für Sozialpädagogik der Stiftung SPI in Berlin-Kreuzberg gemeinsam mit der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) ab 2024 ein neuartiges Ausbildungs- und Studienmodell an. Die Vorstandsvorsitzende und Direktorin der Stiftung SPI Annette Berg und der Dekan der FHM Prof. Dr. Rainer Beurskens unterzeichneten am 16. Januar den entsprechenden Kooperationsvertrag.

Das neue Angebot ermöglicht es, Ausbildung und Studium parallel zu verbinden. Wer ab Oktober 2024 in das Studium einsteigt, kann nach drei Jahren und acht Monaten drei Abschlüsse vorweisen: Staatliche Anerkennung als Erzieher:in und als Sozialarbeiter:in sowie den Bachelor in Sozialer Arbeit. Neben vielfältigen Berufschancen eröffnet dieser Bildungsweg darüber hinaus einen Zugang zum Masterstudium.

Weitere Informationen bietet die Website der SPI-Fachschulen.

Ehrung für die Jahrgangsbesten der SPI-Pflegeschule

19.12.2023 - Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege hat am 13. Dezember im Festsaal des Roten Rathauses die Jahrgangsbesten des ersten Abschlussjahrgangs der neuen generalistischen Pflegeausbildung gewürdigt, unter ihnen vier Studierende der Pflegeschule der Stiftung SPI. "Die Besten der Pflege" wurden gemeinsam mit ihren jeweiligen Pflegeschulleitungen und Praxisanleitenden gefeiert.

Berlins Pflegesenatorin Dr. Ina Czyborra bedankte sich mit diesem Abend persönlich und stellvertretend bei all denen, die die ersten Schritte der neuen Pflegeausbildung gewagt und umgesetzt haben.

Der Start in die Ausbildung war geprägt von den Bedingungen der Pandemie mit Schulschließungen, Distanzunterricht und Personalmangel in der Praxis. Alle Auszubildenden, die unter diesen erschwerten Bedingungen ihren Abschluss erfolgreich gemeistert haben, haben neben fachlichen und sozialen Kompetenzen hohe Flexibilität und Durchhaltevermögen bewiesen. 

Allen Absolventinnen und Absolventen des Jahrsgangs herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die Zukunft!

Armutsprävention vor Ort: Fachkonferenz des Nationalen Aktionsplans „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“

01.12.2023 - Kommunale Lösungsansätze und verbesserte Vernetzungsstrategien zur Unterstützung von Kinder und Jugendlichen in Armutslagen waren Themen der Fachkonferenz des Nationalen Aktionsplans „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“ am 30. November und 1. Dezember im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin.

Beim Eröffnungspanel mit der gastgebenden Staatssekretärin Ekin Deligöz sprachen die Vorstandsvorsitzende und Direktorin der Stiftung SPI, Annette Berg, sowie weitere Akteur:innen von Bund, Ländern und Kommunen über Wege zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans.

In weiteren Panels teilten kommunale Vertreter:innen ihre Erfahrungen mit bestehenden Präventionsmaßnahmen, diskutiert wurden zudem die Bedingungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen bei der Prävention.

Der am 5. Juli 2023 vom Bundeskabinett verabschiedete Nationale Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“ trägt dazu bei, allen von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen Kindern und Jugendlichen gerechte Chancen zu garantieren. Der NAP folgt damit der EU-Ratsempfehlung zur Einführung einer Europäischen Garantie für Kinder. Um Armut und soziale Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen wirkungsvoll zu bekämpfen, sind die Bundesregierung, Länder, Kommunen und die Zivilgesellschaft in Deutschland zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung aufgerufen.

Weitere Informationen zum Nationalen Aktionsplan „Neue Chance für Kinder in Deutschland“ bietet die Website des BMFSFJ.

Bundesweit einmaliger Anpassungslehrgang für internationale Pflegefachkräfte gestartet

27.11.2023 - Der erste Anpassungslehrgang für internationale Pflegekräfte ist an der Pflegeschule der Stiftung-SPI gestartet. Pflegekräfte mit Berufs- oder Studienabschluss aus Nicht-EU-Staaten können sich nach dem neuen Pflegeberufegesetz (PflBG) qualifizieren, um danach Ihre Anerkennung als Pflegefachfrau/Pflegefachmann oder Pflegefachperson zu erhalten.

Der siebenmonatige Lehrgang kombiniert Fach- und Sprachunterricht, was bislang bundesweit ein einmaliges Angebot ist. Dank einer Kooperation mit der Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen gGmbH (GFBM) wird parallel zum Pflegefachunterricht ein vom BAMF geförderter Berufssprachkurs Pflege B2 angeboten.

Voraussetzungen für die kostenfreie Teilnahme sind neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studium im Herkunftsland, ein Feststellungsbescheid des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales, sowie Sprachkenntnisse mindestens auf dem Niveau B1.

Begleitend zum Lehrgang unterstützt die Stiftung SPI Pflegeeinrichtungen beim Diversity- und Integrationsmanagement mit einem Schulungsprogramm für Praxisanleitende und Führungskräfte der Pflegeeinrichtungen.

Anmeldungen für die Kursangebote ab 2024 sind bereits jetzt möglich.

Weitere Informationen zum Anpassungslehrgang und zur Anmeldung

Der Anpassungslehrgang ist ein Projekt innerhalb des Regionalen Integrationsnetzwerkes (RIN) Berlin und wird im Rahmen des Förderprogrammes „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den europäischen Sozialfonds Plus (EFS Plus) gefördert.

Stiftung SPI stellt sich mit aktualisierter Satzung und neuen Gremien für die Zukunft auf

20.11.2023 – Mit einer aktualisierten Satzung hat die Stiftung SPI eine neue Leitungsstruktur erhalten, die dem stetigen Wachstum des Geschäftsvolumens und der Zahl der Mitarbeiter:innen in den vergangenen 40 Jahren Rechnung trägt. In den neuen hauptamtlichen Vorstand hat das Kuratorium auf Vorschlag der Vorstandsvorsitzenden und Direktorin Annette Berg die bisherige stellvertretende Direktorin Wiebke Them und den stellvertretenden Direktor Christoph Schwamborn berufen.

Als neues Gremium hat sich außerdem der ehrenamtliche Beirat konstituiert. Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft sowie aus Wissenschaft und Forschung der sozialen Arbeit kommen dort zusammen. Der Beirat berät und begleitet den Vorstand vor allem in fachlichen Fragen. Dem Beirat der Stiftung SPI gehören an:

  • Gisela von der Aue, Senatorin für Justiz a. D.
  • Martina Castello, Erziehungswissenschaftlerin, Fachexpertin Frühkindliche Bildung
  • Janina Deininger, Leiterin Beschäftigung & Qualifizierung der Jugendstrafanstalt Berlin
  • Prof. Dr. Lars Distelhorst, Hochschullehrer für Sozialpädagogik und soziale Arbeit an der Fachhochschule des Mittelstands Berlin (FHM)
  • Gerda Holz, Politikwissenschaftlerin und Armutsforscherin
  • Daniela Schneckenburger, Beigeordnete des Deutschen Städtetages
  • Suat Yilmaz, Referatsleiter im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Die vollständige aktuelle Satzung der Stiftung SPI ist hier nachzulesen.

Nach Shitstorm: Breite Unterstützung für die Berliner Registerstellen

10.11.2023 - Als Reaktion auf einen mehrwöchigen Shitstorm, der sich ab September gegen die Berliner Registerstellen für diskriminierende und rechtsextreme Vorfälle richtete, haben mittlerweile 200 Organisationen und Einzelpersonen ihre Unterstützung erklärt. Die Stiftung SPI zählt als Trägerin der Register Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf zu den Erstunterzeichner:innen der Solidaritätserklärung, die hier verfügbar ist (PDF, 325 KB).

Über einen Zeitraum von sechs Wochen waren rund 50 diffamierende Veröffentlichungen in den (Sozialen) Medien erschienen, die eine Welle von beleidigenden Telefonanrufen, E-Mails und fast 1.200 Falschmeldungen an die Berliner Register in Gang setzte. Diese meist anonymen Reaktionen, aber auch der große Rückhalt bei den Unterstützer:innen machen deutlich, wie wichtig die Arbeit der Registerstellen ist.

Die Berliner Register erfassen seit fast 20 Jahren diskriminierende Vorfälle im Berliner Stadtgebiet. Sie verzeichnen mehrere Tausend rassistische, antisemitische, extrem rechte, antifeministische, LGBTIQ*-feindliche sowie gegen obdachlose und behinderte Menschen gerichtete Vorfälle pro Jahr. Dabei werden bewusst auch Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsgrenze erfasst. Das Monitoring macht so Ausgrenzung und Abwertung von Minderheiten in der Gesellschaft sichtbar. Damit vermitteln die Register demokratischen Akteurinnen und Akteuren ein detailliertes und aktuelles Bild, das als Handlungsgrundlage dienen kann.

Jetzt mitgestalten: 4. Bundeskongress Kinder- und Jugendarbeit 2024 in Potsdam

09.11.2023 - Der 4. Bundeskongress Kinder- und Jugendarbeit widmet sich vom 16. bis 18. September 2024 in Potsdam einem breiten Spektrum aktueller Themen, vom Umgang mit Diversität und Strategien zur persönlichen Bewältigung globaler Krisen über Demokratieförderung bis hin zur Digitalisierung.

Alle Interessierten sind noch bis zum 5. Dezember 2023 aufgerufen, eigene Ideen zur Programmgestaltung einzureichen. Dies können sowohl Vorschläge für das Kongressprogramm sein als auch Aktions- und Präsentationsangebote für den „Park der Möglichkeiten“. Die Einreichungen aus Wissenschaft, Fachpraxis, Verbänden und Verwaltung sollen insgesamt die Vielfalt und Heterogenität der Kinder- und Jugendarbeit widerspiegeln.

Alle Informationen zu den Themen und Beteiligungsmöglichkeiten bietet der Call for Partizipation auf der Website des Bundeskongresses.

Die Stiftung SPI unterstützt als regionale Mitorganisatorin und Mitglied im Programmbeirat den Bundeskongress, der gemeinsam vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, dem Fachverband Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit Brandenburg e. V. und der Stadt Potsdam ausgerichtet wird. Weitere regionale Partner sind der Landesjugendring Brandenburg e. V. (LJR) und das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB).

Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen: Jahresbericht 2022 ist erschienen

07.11.2023 - Der von der SPI-Programmagentur vorgelegte Jahresbericht zeigt die Ergebnisse und besonderen Herausforderungen der Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen 2022. Die Jugendsozialarbeit war im Berichtszeitraum erstmals ganzjährig flächendeckend an allen öffentlichen Schulen vertreten. So standen über 1.000 sozialpädagogische Fachkräfte von 90 Trägern als verlässliche Ansprechpersonen für die Schüler:innen bereit.

Besonderen Einsatz verlangten die psychosozialen Folgen der Pandemie. Doch auch andere globale Krisen wie der Krieg in der Ukraine und die steigende Inflation waren im Schulalltag spürbar. Der Bedarf der Schüler:innen an emotionaler und sozialer Unterstützung war deshalb groß. Die Schulsozialarbeiter:innen vermittelten darüber hinaus Werte der Vielfalt und des sozialen Zusammenhalts in innovativen Formaten und trugen zur Prävention von Gewalt bei.

Die dem Bericht zugrundeliegende Auswertung der Sachberichte der sozialpädagogischen Fachkräfte zeigte jedoch auch Verbesserungspotenziale auf. So wünschen sich viele Schulsozialarbeiter:innen mehr Zeit für die wirkungsvolle Unterstützung der Kinder und Jugendlichen, für präventive Angebote sowie für die Abstimmung und Reflektion mit Kooperationspartner:innen in multiprofessionellen Teams.

Die vollständige Ausgabe des Jahresberichts steht im Bereich Publikationen zum Download zur Verfügung (PDF, 2 MB).

Zur Website der Programmagentur Jugendsozialarbeit

Bundesverdienstkreuz für Jeanette Klemmt und das Projekt HundeDoc

26.09.2023 - Für ihr herausragendes Engagement wurde SPI-Mitarbeiterin Jeanette Klemmt am 25. September mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Seit mehr als 20 Jahren kümmert sich die Berliner Tierärztin im Projekt HundeDoc um die Tiere mittelloser Jugendlicher und Erwachsener in der Stadt. Einzigartig ist dabei die Kombination aus tiermedizinischer Versorgung und sozialer Arbeit, wie Jeanette Klemmt erklärt: „Mir liegt nicht nur das Wohl der Tiere am Herz. Es geht mir vor allem darum, über die Tiere obdach- und mittellose Menschen zu erreichen und ihnen vorhandene Hilfsangebote sozialer Einrichtungen aufzuzeigen.“

Die Vorstandsvorsitzende und Direktorin der Stiftung SPI, Annette Berg, gratulierte der Projektverantwortlichen zur Auszeichnung: „Wir freuen uns für und mit Jeanette Klemmt über diese hohe Ehrung. Mit ihrer innovativen Herangehensweise erreicht sie seit vielen Jahren junge Menschen in sozialen Brennpunkten, die dringend Unterstützung brauchen und hilft ihnen, ihre Situation zu verbessern.“

In dem zur mobilen Praxis umgebauten Bus des Projekts HundeDoc der Stiftung SPI können neben der Beratung und tiermedizinischer Grundversorgung sogar kleinere Operationen und Kastrationen durchgeführt werden. Über das enge Verhältnis zu ihrem Tier werden die Halter:innen motiviert, ihre persönlichen und sozialen Belange stärker eigenverantwortlich wahrzunehmen und sie erhalten Informationen zu Beratungsangeboten der Sozialen Arbeit.

Finanziert wird die tiermedizinische Versorgung ausschließlich über Spenden. Bereits seit 2005 wird das Projekt regelmäßig vom Verein Europäischer Tier- und Naturschutz unterstützt. Einen nicht unerheblichen finanziellen Beitrag leistet dabei regelmäßig die Martine & Bertram Pohl Foundation. Die Stifter, das Ehepaar Martine und Bertram Pohl, erfuhren durch einen Fernsehbericht von dem Projekt und waren sofort begeistert: „Dieses Projekt vereint die zwei Hauptziele unserer Stiftung, denn es dient dem Tierschutz und unterstützt gleichzeitig Kinder und Jugendliche in sozialen Notlagen. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Frau Klemmt ist auch für uns eine große Ehre“, sagte der Stifter Bertram Pohl in Berlin. Seit 2014 fördert die Stiftung die mobile Praxis von Jeanette Klemmt regelmäßig. Einen erheblichen Beitrag leistete die im Mai 2022 verstorbene Mäzenin Nina von Maltzahn, deren Spende 2021 unter anderem die Ausrüstung einer neuen mobilen Praxis ermöglichte.

Der größte Teil der Behandlungskosten und des Projekts HundeDoc wird jedoch weiterhin durch Einzelspenden aufgebracht. Weitere Informationen zum Projekt, den Sprechzeiten sowie zur Möglichkeit zu spenden finden Sie auf der Projektwebsite.

Kinder im Mittelpunkt: Annette Berg im Interview mit dem Demokratischen Salon

06.09.2023 - Im Interview mit dem Online-Magazin „Demokratischer Salon“ spricht die Vorstandsvorsitzende und Direktorin der Stiftung SPI, Annette Berg, mit Dr. Norbert Reichel über frühere Projekte sowie aktuelle Herausforderungen und Vorhaben.

Als Leiterin des Jugendamtes in Monheim am Rhein hat sie das Konzept „Hauptstadt der Kinder“ wesentlich mitentwickelt und vorangebracht. Für ihre aktuelle Aufgabe macht sie deutlich, dass das Wohl und die Entwicklung der Kinder für die Stiftung SPI als Institut für innovative soziale Arbeit ein zentrales Thema bleibt.

Zum Interview mit dem Magazin "Demokratischer Salon"

Talentscouting Berlin: Die RBB-Abendschau berichtet

25.07.2023 – Unentdeckte Talente finden und fördern, berufliche Entwicklung unabhängig von der Herkunft ermöglichen – die RBB-Abendschau hat unser Pilotprojekt Talentscouting Berlin am Beispiel von Talent Alice vorgestellt.

In dem innovativen Projekt, das die Stiftung SPI derzeit gemeinsam mit der Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport in Berlin-Neukölln entwickelt, werden derzeit 60 Schüler:innen und Absolvent:innen von zwei Schulen unterstützt. Geplant ist die Verstetigung und Ausweitung des Projekts, sowohl für die Neuköllner Schulen wie auch für weitere Bezirke und Regionen.

Zum Beitrag auf der Projektwebsite.

Appell gegen Kinderarmut: 50 Institutionen fordern nachhaltige Maßnahmen

16.03.2023 – Der Ratschlag Kinderarmut fordert eine bessere Unterstützung für armutsgefährdete Kinder und Jugendliche sowie deren Familien. Mehr als jedes fünfte Kind und jeder vierte junge Erwachsene gelten in Deutschland als armutsgefährdet. Die Stiftung SPI unterstützt den Appell als eine von 50 Institutionen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft.

„Armut bei Kindern und Jugendlichen führt zu Ausgrenzung und Benachteiligung, die ein ganzes Leben prägen können“, sagt die Direktorin der Stiftung SPI, Annette Berg. „Der Bund, die Länder und die Kommunen sollten die Prävention von Kinderarmut noch stärker als zentrale und gemeinsame Aufgabe begreifen und dabei mehr als bisher kooperieren.“

Im Appell des Ratschlags Kinderarmut vom 16. Juni 2023 fordern die Unterzeichner:innen eine echte Kindergrundsicherung, die Hand in Hand mit einer gut ausgebauten und verlässlich finanzierten Infrastruktur faire Teilhabechancen und ein gutes Aufwachsen für Alle ermöglicht.

Die Unterzeichner:innen weisen darauf hin, dass Armut kein individuelles Versagen ist, sondern ein strukturelles Problem. In der aktuellen Diskussion um eine Kindergrundsicherung würden in der Öffentlichkeit höchst problematische Bilder gezeichnet: „Vorurteile gegenüber einkommensarmen Eltern, sie würden die für ihre Kinder gedachten Geldleistungen für Alkohol, Tabak und elektronische Konsumgüter zweckentfremden, sind schlicht falsch. Sie verzerren den Blick auf die tatsächlichen Belastungen in prekären Lebenslagen sowie die gravierenden Folgen von Armut. Studien für Deutschland belegen dahingegen, dass Eltern aus einkommensschwachen Familien eher bei sich selbst als bei ihren Kindern sparen und in Relation zum verfügbaren Einkommen genauso viel Geld für die Bildung ihrer Kinder verwenden wie einkommensstärkere Eltern. […] Von Armut betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Familien brauchen Solidarität, Wertschätzung, Unterstützung und Chancengerechtigkeit.“

Zum Appell „Haltung zeigen gegenüber Kindern, Jugendlichen und Familien: Menschen in Armutslagen vorurteilsfrei begegnen!“ auf der Website des Zukunftsforums Familie e. V.

Schutz von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sicherstellen – überall, zu jeder Zeit, für jedes Kind!

09.05.23Appell der unterzeichnenden Organisationen und Stiftungen an Bund, Länder und Kommunen zur Berücksichtigung des Kinderschutzes beim Aufbau von Unterbringungskapazitäten für geflüchtete Menschen anlässlich des Flüchtlingsgipfels am 10. Mai 2023

Kinder und Jugendliche, die in Deutschland Schutz vor Kriegen, Konflikten oder anderen Krisen suchen, leben oftmals für eine längere Zeit in Unterkünften für geflüchtete Menschen, teils sogar Jahre. Solange sie in Unterkünften leben, sind Kinder und Jugendliche strukturell in der Wahrnehmung ihrer Rechte eingeschränkt. Das betrifft beispielsweise ihr Recht auf Bildung, auf Gesundheit, auf Privatsphäre, auf einen angemessenen Lebensstandard, auf Spiel und Freizeit und Teilhabe am kulturellen Leben sowie das Recht auf ein gewaltfreies Leben. Gemäß der UN-Kinderrechtskonvention, weiterer internationaler Abkommen, europarechtlicher Vorgaben und nationaler Gesetze stehen Bund, Länder und Kommunen in der Pflicht, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, damit geflüchtete Kinder und Jugendliche ihre Rechte vollumfänglich wahrnehmen können. Diese Verpflichtung können staatliche Verantwortungsträger*innen im Rahmen einer dezentralen Unterbringung von Kindern und Jugendlichen besser erfüllen als durch Sammelunterkünfte.

Im Jahr 2022 wurden 81.232 Asylerstanträge von Minderjährigen gestellt. Zudem sind von den über eine Million in Deutschland schutzsuchenden Menschen aus der Ukraine 348.500 Kinder und Jugendliche. Zum Ende des Jahres 2022 lebten außerdem rund 27.900 unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Einrichtungen der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Wie viele Kinder und Jugendliche insgesamt aktuell in Unterkünften für Geflüchtete oder in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe leben, lässt sich aufgrund der lückenhaften Datenlage nicht exakt beziffern.
Für die Unterbringung und Versorgung von geflüchteten Menschen sind in Deutschland die Länder und Kommunen verantwortlich. Deren bisheriges Engagement hat die Leistungsfähigkeit und die große Solidarität mit schutzsuchenden Menschen in Deutschland unter Beweis gestellt. Die weitere Unterbringung und Versorgung kann jedoch nur in der Verantwortungsgemeinschaft von Bund, Ländern und Kommunen gelingen.

Die UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet dazu, das Kindeswohl vorrangig zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass das Kindeswohl auch präventiv im Sinne der bestmöglichen Förderung der Entwicklung des Kindes – so etwa durch kinderfreundliche Orte und Angebote, Zugang zu schulischer Bildung, zu gesundheitlicher Regelversorgung und zu Angeboten der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe – sichergestellt werden muss und nicht erst dann, wenn es gefährdet ist oder ein Verdacht auf Gefährdung besteht.

Kinderschutz bei der Unterbringung

Der aktuell erhöhte Unterbringungsbedarf darf unter keinen Umständen dazu führen, dass der Schutz von geflüchteten Kindern und Jugendlichen gefährdet wird. Gerade in herausfordernden Zeiten muss der Kinderschutz für die verantwortlichen staatlichen Stellen höchste Priorität haben. Das gilt in Aufnahmeeinrichtungen der Länder ebenso wie in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften und Notunterkünften, in urbanen ebenso wie in ländlichen Gegenden. Dabei darf nicht nach Herkunft, Aufenthaltsstatus oder Aufenthaltsdauer der geflüchteten Kinder und Jugendlichen unterschieden werden. Zudem kann die Aufhebung der Wohnverpflichtung in den Aufnahmeeinrichtungen der Länder dazu beitragen, den Kinderschutz zu sichern.

Finanzielle Mittel für wirksamen Kinderschutz

Im Zentrum der laufenden Beratungen steht unter anderem die Frage der Beteiligung des Bundes an den Kosten der Länder und Kommunen bei der Unterbringung von schutzsuchenden Menschen. Die Bundesregierung ist verpflichtet, alle Maßnahmen zu ergreifen, damit auch geflüchtete Kinder ihre Rechte wahrnehmen können. Die Länder sind ihrerseits gemäß der Paragrafen 44, Absatz 2a und 53, Absatz 3 Asylgesetz verpflichtet, geeignete Maßnahmen zum Schutz vulnerabler Personen in den Unterkünften sicherzustellen. Wirksamer Kinderschutz muss als wesentlicher Bestandteil bei der Unterbringung entsprechend berücksichtigt werden. Beim Aufbau von Unterbringungskapazitäten ist es daher notwendig, finanzielle Mittel für Maßnahmen zum Kinderschutz zweckgebunden zur Verfügung zu stellen.

Öffentliche Kinder- und Jugendhilfe

Für den Kinderschutz in Unterkünften für geflüchtete Menschen spielt die öffentliche Kinder- und Jugendhilfe eine wesentliche Rolle. Denn auch Kinder und Jugendliche, die mit ihren Familien oder Sorgeberechtigten in Unterkünften für geflüchtete Menschen leben, haben einen Anspruch auf Leistungen, Angebote und Maßnahmen der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Der Zugang muss daher auch für diese Kinder und Jugendlichen und ihre Familien sichergestellt werden.

In manchen Bundesländern wurden die Standards für die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten abgesenkt. Mancherorts vergehen Monate bis alleine das Clearingverfahren abgeschlossen ist. Für die Kinder und Jugendlichen bedeutet das, in einem Wartezustand verharren zu müssen, bis sie die Unterstützung erhalten, die ihnen zusteht.

Unbegleitete minderjährige Geflüchtete werden zudem in einigen Bundesländern in Sammelunterkünften untergebracht, weil nicht genug Unterbringungsplätze in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung stehen. Das zeigt, dass manche Träger und Jugendämter selbst bei der Inobhutnahme von unbegleiteten geflüchteten Kindern an ihre Grenzen stoßen.

Für den Austausch zwischen Bund, Länder und Kommunen empfehlen wir:

  • Der Bund sollte das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel, die Integration von geflüchteten Kindern auch durch schnellen Zugang zu schulischer Bildung zu ermöglichen, konsequent umsetzen.
  • Der Bund sollte bei der Höhe der im Koalitionsvertrag vereinbarten und den Ländern bereits zugesicherten Beteiligung an den flüchtlingsbezogenen Kosten die Umsetzung des Kinderschutzes sowohl in Unterkünften für geflüchtete Menschen als auch in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, in denen unbegleitete minderjährige Geflüchtete untergebracht sind, unbedingt berücksichtigen.
  • Bund, Länder und Kommunen sollten bei der Verständigung über Fragen der Unterbringung und Versorgung von schutzsuchenden Menschen die Expertise der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe wie der Jugendämter einbeziehen.
  • Die Länder sollten mittels landesgesetzlicher Regelungen die gemäß §§ 44 Abs. 2a und 53 Abs. 3 AsylG zu ergreifenden „geeignete Maßnahmen“ für den Schutz von Kindern in Unterkünften konkretisieren, sich hierbei an den „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ (BMFSFJ/UNICEF et al., 2021) orientieren und die Umsetzung überprüfen. Sie sollten zudem Rahmenbedingungen für die strukturierte Kooperation der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe mit den rechtlichen Trägern und Betreibern aller Arten von Unterkünften definieren.
  • Länder und Kommunen sollten Absenkungen von Standards bei der Unterbringung und Versorgung im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe wieder zurücknehmen und die Standards des SGB VIII einhalten. Es sollten Konzepte dafür erarbeitet werden, wie der Übergang zurück zu den Standards des SGB VIII gut gestaltet werden kann.
  • Länder und Kommunen sollten alle geflüchteten Kinder und Jugendlichen, die in Sammelunterkünften leben, konsequent in der Jugendhilfeplanung berücksichtigen. Damit geflüchtete Kinder und ihre Familien die Leistungen in Anspruch nehmen können, sollten sie in angemessener und ihnen verständlicher Weise über ihre Möglichkeiten informiert werden.

Dieser Appell wird getragen von folgenden Organisationen:

  • Amadeu Antonio Stiftung
  • Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ
  • AWO Bundesverband e. V.
  • BBZ Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant*innen
  • Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen (BNS)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e. V. (BAG EJSA)
  • Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer – BAfF e. V.
  • Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit e. V. (Bündnis KJG)
  • Der Kinderschutzbund Bundesverband e. V.
  • Deutsches Kinderhilfswerk e. V.
  • Deutsches Komitee für UNICEF e. V.
  • Deutsches Rotes Kreuz e. V.
  • DGSF – Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e. V.
  • djo – Deutsche Jugend in Europa Bundesverband e. V.
  • Frauenhauskoordinierung e. V.
  • Handicap International e. V.
  • Internationaler Bund (IB)
  • KOK – Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e. V.
  • KRF KinderRechteForum gemeinnützige GmbH
  • Lesben- und Schwulenverband in Deutschland e. V. (LSVD)
  • National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention
  • Plan International Deutschland e. V.
  • Save the Children Deutschland e. V.
  • SOS-Kinderdorf e. V.
  • Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention
  • Stiftung SPI - Sozialpädagogisches Institut Berlin »Walter May«
  • terre des hommes Deutschland e. V.

Kontakt

Dr. Sebastian Sedlmayr
Leiter Stabstelle Advocacy und Politik
UNICEF Deutschland
E-Mail: bueroberlin(at)unicef.de

Download

Appell an Bund, Länder und Kommunen (PDF, 617 KB)

Aufwachsen krisensicher gestalten – Präventionsansätze im Grundschulkindalter

16.03.2023 – Frühe Hilfen, der Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung, Familienberatung und Familienbildung sowie weitere entwicklungsfördernde Angebote bieten eine lebensweltnahe präventive Begleitung der Kinder im frühen Kindesalter und ihrer Familien.

Aufwachsen krisensicher zu gestalten ist jedoch keine ausschließlich frühkindliche Fragestellung, denn Kinder, die in armutsbelasteten Familien aufwachsen, haben ein hohes Risiko psychosozialer Belastung, weniger Ressourcen zur Bewältigung des Schulalltags und der Leistungsanforderungen und sind oft weniger sozial integriert. Das Grundschulalter ist eine Lebensphase, in der präventive Maßnahmen einen nachhaltigen Unterschied für die weitere kindliche Entwicklung in allen Lebenslagendimensionen bedingen können.

Der Fokus liegt dabei auf den Übergängen zwischen und innerhalb von Lebensphasen, wie dem individuellen Wechsel der Kinder von der Kita zur Schule oder auch in erweiterte Lebensräume wie Sportverein oder Musikschule. Verbunden sind damit aber auch Übergänge von Zuständigkeiten zwischen oder innerhalb von Behörden sowie von Rechtskreisen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Denn Voraussetzung für ein krisensicheres Aufwachsen und eine präventive Begleitung der Schulkinder, sind aufeinander abgestimmte und koordinierte Entscheidungen und Aktivitäten verschiedenster Akteure.

Vier wesentliche Ankerpunkte für eine krisensichere Begleitung der Schulkinder und ihrer Familien sind

  • der 2026 kommende Rechtsanspruch auf die Grundschulkindbetreuung, der sein präventives Potenzial dann entfalten kann, wenn er sowohl dem Vereinbarkeitsbedarf erwerbstätiger Eltern gerecht wird als auch dem Bedarf der Kinder nach einem entwicklungsförderlichen bzw. kompensierendem Lebens- und Sozialraum.
  • Dies setzt eine gleichwertige Verbindung von schul- und sozialpädagogischen Perspektiven voraus, in der als 2. Ankerpunkt die Schulsozialarbeit als eine der engsten Kooperationsformen gleichfalls ein tragendes Element der Prävention sein kann.
  • Als dritter Ankerpunkt ist die gemeinsame Verantwortung von Eltern und Schule – und Ganztagsbetreuung hervorzuheben, die mit dem Ziel der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft eine Elternarbeit auf Augenhöhe und gegenseitiger Akzeptanz von Fachkräften und Eltern fördern kann.
  • Die Fortsetzung einer solchen Kooperation beispielsweise mit Familienbildung und Erziehungsberatung aus der Frühen Bildung in den Grundschulen und die Bildung von interdisziplinären Teams sind dabei als wichtige Elemente der Zusammenarbeit mit den Eltern einzuordnen und sollten in den sich aktuell entwickelnden Konzepten der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder mitgedacht werden. Dies trifft auch auf die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Kinder in Bezug auf Lernen, Erziehungs- und Alltagsgestaltung zu.

In einem solchen Präventionsnetzwerk von Bildungs-, Erziehungs- und Beratungsangeboten kann auch die geplante Kindergrundsicherung ihre teilhabefördernde Wirkung besser erreichen.

Studie Aufwachsen krisensicher gestalten (PDF, 1,8 MB)

Jedes fünfte Kind in Deutschland wächst in Armut auf: Breites Bündnis fordert mehr Geld für die Bekämpfung von Kinderarmut

15.11.2022 – Verbände, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen und namhafte Unterstützer*innen fordern die Bundespolitik dazu auf, Kinderarmut entschieden zu bekämpfen und die dafür notwendigen Mittel im Bundeshaushalt zur Verfügung zu stellen. Dabei müssen soziale Infrastruktur und monetäre Leistungen ineinandergreifen.

Die unterzeichnenden Organisationen des Ratschlag Kinderarmut fordern in ihrer gemeinsamen Erklärung „Solidarität mit armutsbetroffenen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien – besonders in der Inflationskrise!“, Armutslagen von jungen Menschen nicht länger hinzunehmen, sondern endlich das nötige Geld in die Hand zu nehmen, um ihnen ein gutes Aufwachsen  zu ermöglichen.

In unserem reichen Land ist inzwischen mehr als jedes fünfte Kind von Armut betroffen. Konkret bedeutet das für die betroffenen Kinder und Jugendlichen nicht nur eine unzureichende Versorgung mit Gütern des alltäglichen Bedarfs, sondern auch geringere Bildungschancen und weniger Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe. Nachdem sich diese Problemlagen durch die Corona-Pandemie verschärft haben, drohen nun mit den aktuellen Preissteigerungen zusätzliche Einschränkungen im Alltag, besonders für Familien mit geringen Einkommen.

In der Erklärung fordern die unterzeichnenden Organisationen die Politik daher dazu auf, die Interessen und Bedarfe von Kindern und Jugendlichen endlich in den Mittelpunkt zu rücken und die dafür notwendigen finanziellen Mittel bereitzustellen. Gerade angesichts der steigenden Preise, die für viele Privathaushalte und soziale Einrichtungen schwer zu stemmen sind, darf jetzt nicht am falschen Ende gespart werden. Es ist unsere Aufgabe, die Lebensgrundlage und die Ansprüche von Kindern und Jugendlichen zu sichern!

Die gemeinsame Erklärung basiert auf  dem Wissen, dass für eine erfolgreiche Armutsbekämpfung monetäre Leistungen und Investitionen in die Infrastruktur nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Für ein Aufwachsen in Wohlergehen benötigen Kinder und Jugendliche beides: eine auskömmliche finanzielle Absicherung und eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur, durch die alle Kinder und Jugendlichen dazu befähigt werden, ihre Potenziale und Talente zu entwickeln.

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Perspektiven für die Kinder- und Jugendpolitik im investierenden Sozialstaat

Eine wirksame nationale Präventionsstrategie ist notwendig, um die Armutsrisiken und -folgen bei Kindern und Jugendlichen zu vermeiden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung ist ein konstituierendes Element des Grundgesetzes und findet seinen Ausdruck im Sozialstaatsprinzip.

Das Policy-Papier „Perspektiven für die Kinder- und Jugendpolitik im investierenden Sozialstaat“ wurde vom Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos und der Stiftung SPI im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt. Es stellt Gestaltungsaufgaben vor, die präventive Sozialpolitik im investierenden Sozialstaat voranbringen und zu einer nationalen Präventionsstrategie führen. Zum Policy-Paper

Qualitätsentwicklung des Kinderschutzes in Nordrhein-Westfalen

Die Empfehlungen des Gutachtens der Stiftung SPI zu Organisation und Struktur von Jugendämtern dienen laut Beschluss des Vorstandes des Städtetages der Qualitätsentwicklung des Kinderschutzes in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit den Landesjugendämtern sollen Kinderschutzpläne verbessert und regionale Expertisecluster gebildet werden.

E-Mail: info(at)stiftung-spi.de Telefon: 030 459793-0