Wildwuchs Streetwork

Wildwuchs Streetwork

Wildwuchs Streetwork ist ein Projekt der Jugendhilfe und richtet sich an Jugendliche und junge Menschen in Potsdam. Die Zielgruppe wird in ihrem Lebensraum aufgesucht, der Kontakt hergestellt und eine vertrauensvolle und tragfähige Arbeitsbeziehung angestrebt. Angeboten werden Beratung und Unterstützung in allen Lebensbereichen. Gemeinsam mit den Jugendlichen werden Perspektiven für ihr Leben entwickelt und sie werden ermutigt, ihre Eigenverantwortung wahrzunehmen. Themen wie Sucht, Rassismus, Obdachlosigkeit oder Arbeitslosigkeit werden behandelt. 

Zielgruppen der Arbeit sind:

  • Arbeitssuchende
  • Ausbildungssuchende
  • Frauen und Mädchen
  • Kinder und Jugendliche
  • Männer und Jungen
  • Menschen in Wohnungsnot
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Suchtproblemen und ihre Angehörigen
  • Schülerinnen und Schüler

Kontakt, Öffnungszeiten und Anfahrt

Stiftung SPI
Wildwuchs Streetwork

Mauerstraße 2
14469 Potsdam
Ansprechpartner/in: Olaf Caesar

Telefon: 0331 7407260, 0170 2855963
Fax: 0331 7407264
E-Mail: wildwuchs-streetwork( at )stiftung-spi.de

Öffnungszeiten
Mo. bis Fr. 9:00–21:00 Uhr Mobile Erreichbarkeit

Verkehrsverbindung
Bus 692 Mauerstraße; Tram 91, 98 Luisenplatz Süd/Park Sanssouci, ca. 10 Min. Fußweg

Fahrinfo unter www.vbb.de

Angebote

  • Straßenpräsenz. Wildwuchs Streetwork ist in den meisten Stadtteilen Potsdams unterwegs, dazu gehören auch die eingemeindeten Ortsteile im Norden. Die Straßenpräsenz findet Montag bis Freitag statt und richtet sich sowohl zeitlich als auch örtlich nach der Zielgruppe.
  • Gruppenangebote. Bei Interesse werden Angebote der alternativen Freizeitgestaltung mit Gruppen durchgeführt
  • Einzelangebote. Beratung, Begleitung im Kontakt mit Ämtern/Behörden, Basisversorgung mit Lebensmitteln
  • Zielgruppenorientierte Projekte, die in Zusammenarbeit mit der Zielgruppe entstehen
  • Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit

Ziele und Schwerpunkte

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist das Erkennen der verschiedenen Lebenslagen der Zielgruppe. Streetwork ermöglicht ein Erreichen der Jugendlichen, die von anderen Angeboten der Jugendhilfe nicht erreicht werden (wollen). Hierbei werden folgende Ziele verfolgt:

  • Orientierungshilfe für die Alltagsbewältigung geben
  • Aktivierung des Selbsthilfepotentials
  • Unterstützung der Zielgruppe zu eigenverantwortlichem, selbstbestimmten Leben (Empowerment).

In der Öffentlichkeit und auf administrativer Ebene wird das bestehende Kontaktnetz zu den freien und öffentlichen Trägern der Jugendhilfe genutzt. Es wird die Öffentlichkeit über die Arbeit und über Probleme von Jugendlichen und jungen Erwachsenen informiert und sensibilisiert. Neue zusätzliche Hilfebedarfe für die Klienten werden angeregt.

An der Jugendpolitik und der Jugendhilfeplanung Potsdams beteiligt sich Wildwuchs Streetwork mit Diskussionen, artikuliert die Bedürfnisse der Zielgruppe und formuliert diese in Bedarfe um. Wildwuchs Streetwork setzt sich für den Erhalt und Ausbau von Freiräumen Jugendlicher und junger Erwachsener ein.

Durch die Unterstützung von Gruppenzusammenhängen - unter anderem durch sinnvolle Freizeitangebote - werden Jugendliche und jungen Erwachsene befähigt, Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen wahrzunehmen.

Durch die Arbeit wird ein Beitrag gegen Diskriminierung aufgrund stereotyper Merkmalszuschreibungen und für ein interkulturelles Miteinander in Potsdam geleistet.

Das Augenmerk gilt insbesondere den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ganz oder punktuell vorhandene Freizeit- und Hilfsangebote bewusst oder aufgrund direkter oder indirekter Ausgrenzung meiden. Deren Lebenssituation wird durch die sozialpädagogischen Maßnahmen stabilisiert oder verbessert.

Ein weiterer Schwerpunkt von Wildwuchs Streetwork ist die aufsuchende Arbeit mit russischsprachigen Jugendlichen. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Gruppe der Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern mit ihrer spezifischen Problematik gewidmet.

Bei den Problemlagen Jugendlicher und junger Erwachsener wird zwischen objektiven und subjektiven Gefährdungen unterschieden.

Als objektiv gelten die Problemlagen, die die Lebenssituation der Klientel existenziell mittel- oder unmittelbar betreffen, insbesondere:

  • (Verdeckte) Obdachlosigkeit
  • Schulden
  • Rauschmittelkonsum/übermäßiger Alkoholkonsum
  • Sucht
  • Schuldistanziertes Verhalten/Arbeitslosigkeit
  • Gewalt, Aggressionspotential, niedrige Frustrationstoleranz
  • Verwahrlosungstendenzen/Selbstzerstörung
  • Vorstrafen/Hafterfahrung
  • Auswirkungen des Medieneinflusses auf Sozial- und Rollenverhalten
  • Verhütungsproblematik, Schwangerschaft, Abtreibung, Familienplanung als Problem adoleszenter Jugendlicher
  • Gewalterfahrungen (psychisch, physisch, sexuell, strukturell)
  • Auswirkungen der besonderen Anforderungen an die Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen, die in zwei Kulturen aufwachsen

Subjektive Probleme können mit den objektiven Problemlagen identisch sein, müssen aber nicht.Sie verweisen auf eine persönlich gefühlte Wahrnehmung, die nichtsdestoweniger wesentlicher Bestandteil der Straßensozialarbeit ist.

  • Überforderungen mit der Alltagsstruktur
  • Schwierigkeiten bei der Lebensorganisation
  • Schulprobleme
  • Beziehungsprobleme (z. B. Familie, Partnerschaft, Freundeskreis)
  • fehlendes Schuldbewusstsein
  • Perspektivlosigkeit

Methoden

  • Aufsuchende Arbeit. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden in ihrer Lebenswelt vor Ort angetroffen.
  • Lebensweltorientierung bedeutet aufsuchende Arbeit und regelmäßige Anwesenheit im natürlichen Umfeld der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie eine Angebotsgestaltung, die sich an den Möglichkeiten und Ausdrucksformen und der Alltagskultur der Zielgruppe orientiert.
  • Akzeptierender Ansatz und kritische Parteilichkeit. Individuelle Vorstellungen, Lebensentwürfe und Strategien der Jugendlichen werden als gegeben akzeptiert (im Sinne von annehmen). Eine akzeptierende Haltung gegenüber der Person schließt aber Kritik am Fehlverhalten nicht aus.
  • Empowerment. Wildwuchs Streetwork leistet eine Hilfestellung, bis die jungen Menschen den für sie passenden Handlungsweg gefunden haben und diesen eigenständig verfolgen können (Hilfe zur Selbsthilfe).
  • Niedrigschwelligkeit. Es werden keine Vorbedingungen oder Voraussetzungen an die Jugendlichen gestellt. Die mit ihnen getroffenen Vereinbarungen sind durchschaubar und nachvollziehbar (Transparenz).
  • Erlebnispädagogik
  • Projektarbeit
  • Netzwerkarbeit

Für Streetwork gelten folgende Grundhaltungen.

  • Freiwilligkeit. Die Entscheidung über Form, Intensität und Auswirkungen des Kontaktes zu den StreetworkerInnen erfolgt freiwillig.
  • Anonymität. Jeder Kontakt ist vertraulich, Namen müssen nicht genannt werden.
  • Interessenvertretung und Lobbyarbeit. Die Arbeit von Wildwuchs Streetwork ist auch Interessenvertretung und Lobbyarbeit für die Zielgruppe. Das Mandat dafür kommt von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Struktur

Finanziert durch
Stadt Potsdam

Stadt Potsdam

Vertragspartner
Stadt Potsdam

Stadt Potsdam

Status: aktuell
Zeitraum Seit 01.06.2014

 


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