Programmagentur Rechtskunde

Programmagentur Rechtskunde

Die Programmagentur Rechtskunde führt mehrtägige rechtskundliche Präventions- und Bildungsveranstaltungen zum Jugendstrafrecht für allgemeinbildende Schulen im Land Berlin durch.

Beispiel Jugendgerichtsprojekt

Beispielhaft für das Angebot steht das "Jugendgerichtsprojekt", eine fünftägige Projektwoche, die in jeweils eine Vor- und eine Nachbereitungsphase für Schüler/innen und Lehrkräfte eingebettet ist. Den roten Faden der Projektwoche bildet eine fiktive jugendtypische Straftat (z. B. Raub, Einbruchdiebstahl), die als Rollenspiel mit verschiedenen Beteiligten (Täter, Geschädigte, Zeugen etc.) von den Schülerinnen und Schülern aufbereitet, eingeübt und bei Gericht mit authentischen Beteiligten (Juristinnen und Juristen, Jugendgerichtshelfer/in) verhandelt wird. Im Verlauf der Projektwoche werden darüber hinaus die Aufgaben und Arbeitsweisen aller am Jugendstrafverfahren beteiligten Institutionen wie Polizei, Jugendhilfe im Strafverfahren, Staatsanwaltschaft und Jugendgericht dargestellt und außerdem die Bedeutung des Diversionsverfahrens vermittelt. Die Jugendlichen lernen während des Jugendgerichtsprojektes die Grundlagen des Rechtssystems, die möglichen Konsequenzen eines Ermittlungs- und Strafverfahrens sowie ihre Rechte und Pflichten als Beschuldigte bzw. als Geschädigte kennen. Damit wird für sie praktisch erfahrbar, in welcher Weise die Existenz des Rechtssystems, die daraus abgeleiteten Rechte für alle Bürgerinnen und Bürger und die das Rechtssystem umsetzenden Institutionen einen unverzichtbaren Bestandteil des demokratischen Gemeinwesens darstellen.

Darüber hinaus bietet die Programmagentur Rechtskunde je nach Bedarf der Schulen und entsprechend dem Leistungsniveau der Schüler/innen zwei- bis viertägige Module an, deren Inhalte sich an den Jugendgerichtsprojekten orientieren, in der Regel jedoch ohne gespielte Gerichtsverhandlung stattfinden.

Zielgruppe sind in der Regel Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 von Integrierten Sekundarschulen (ISS) inklusive Gmeinschaftsschulen und von Gymnasien. Darüber hinaus werden die Projekte den Berliner Oberstufenzentren (OSZ) angeboten.

Kontakt, Öffnungszeiten und Anfahrt

Stiftung SPI
Programmagentur Rechtskunde

Frankfurter Allee 35 – 37, Aufgang C
10247 Berlin
Ansprechpartner/in: Jürgen Schendel


Standort Berlin

Telefon: 030 40500373
Fax: 030 4490167
E-Mail: rechtskunde( at )stiftung-spi.de
Website: www.rechtskunde-projekt.de

Öffnungszeiten
Nach Vereinbarung

Verkehrsverbindung
U-Bahnhof Samariterstraße

Fahrinfo unter www.vbb.de

Ziele und Schwerpunkte

Durch die Teilnahme an den rechtskundlichen Angeboten zum Jugendstrafrecht werden Kenntnisse und Kompetenzen der Jugendlichen auf verschiedenen Ebenen gefördert:

  • die Auseinandersetzung mit gewaltförmigen und mit diskriminierenden Verhaltensweisensowie mit jugendtypischen Delinquenzformen anhand von Rollenspielen,
  • der Erwerb von Kenntnissen zum Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland und zum Ablauf von Gerichtsverfahren, speziell dem Jugendstrafverfahren,
  • die Aufklärung über Rechte und Pflichten von Beschuldigten im Strafverfahren und über Rechte von Geschädigten,
  • die Förderung des Rechtsbewusstseins der Jugendlichen und der Akzeptanz geltender Rechtsnormen, insbesondere der Allgemeingültigkeit der Menschenrechte und der im Grundrechtekatalog festgeschriebenen Gleichheitsgrundsätze,
  • der Förderung des Bewusstseins über gesellschaftliche Ausgrenzungsprozesse und auf Diskriminierung beruhende Straftaten,
  • die bessere Einschätzung der Folgen sozial inakzeptabler und rechtlich sanktionierter Verhaltensweisen wie Delinquenz, Gewaltanwendung, Diskriminierung von Benachteiligten etc. für die Geschädigten sowie für die persönliche (ggf. auch berufliche) Zukunft der Beschuldigten,
  • die Kenntnis über Arbeitsinhalte und Qualifikationswege von Berufen im Umfeld von Strafverfahren, insbesondere in den Bereichen Jugendhilfe/Soziale Arbeit, Polizei und Justiz.

Struktur

Gefördert durch
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

Status: aktuell
Zeitraum Seit 01.10.2008

 


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